FTC! Herbalife ist kein illegales Pyramidensystem!

FTC Herbalife-kein illegales-Pyramidensystem

Am 15. Juli 2016 gab die FTC bekannt, das Herbalife 200 Millionen Dollar Strafe zahlen muss, weil in der Vergangenheit Tausende Menschen unter Vorspielung falscher Tatsachen in das System gelockt wurden und somit Geld verloren. Erstaunlicherweise wurde vermieden, Herbalife als illegales Pyramidensysten zu bezeichnen oder anzuklagen, obwohl die FTC üble Machenschaften aufgedeckt und in der Konsequenz bewiesen hat.

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Gab es einen Zusatzdeal hinter den Kulissen oder massive Lobbyarbeit?

Im Grunde genommen bestätigt die FTC viele Punkte, die Ackman in seiner Schlacht gegen Herbalife angeführt hat, in der er das Unternehmen beschuldigte, ein illegales Pyramidensystem zu betreiben.

So wurde Herbalife überführt, dass seitens zahlreicher Berater falsche und irreführende Einkommensversprechen gemacht wurden und dass das System überwiegend darauf ausgelegt war, neue Geschäftspartner mit hohen Einstiegssummen zu rekrutieren, was die FTC mit zahlreichen Beispielen belegt hat.

Ebenso wird klargestellt, dass die meisten Berater kein Geld mit Herbalife verdienen und die höheren Positionen nur durch die massive Rekrutierung neuer Vertriebspartner zu erreichen sind, wie die FTC im Abschlussbericht feststellt.

Herbalife muss bis zu 80 Prozent Kundenumsätze nachweisen

Die Zahlung in Höhe von 200 Millionen Dollar soll genutzt werden, um Personen zu entschädigen, die durch die unseriösen Geschäftspraktiken Geld verloren haben.  Weiterhin muss Herbalife sein Geschäftsmodell drastisch umstellen und künftig bis zu 80 Prozent Kundenumsätze nachweisen.

Dieses Urteil ist nur für Herbalife USA maßgeblich und noch nicht für andere MLM-Unternehmen, was sich aber künftig ändern könnte, denn die FTC hat scheinbar zahlreiche MLM-Vertriebe im Visier, die nach dem Modell arbeiten, dass der Berater eigentlich der Kunde ist und am besten Qualifikationsware kaufen sollte, damit zumindest der Firmenumsatz stimmt.

Harte Bandagen für Herbalife

In den USA scheinen die Tage des hemmungslosen „Volumenpunkte-Frontloadings“  seitens der „Hardcore-Recruiter“ gezählt zu sein. Künftig muss Herbalife 80 Prozent seiner Umsätze aus einer Kombination zwischen echten Kundenumsätzen und Eigenverbrauchsumsätzen durch die Berater nachweisen.

Der anrechenbare Eigenverbrauch hat pro Berater eine Deckelung von 200 Dollar und so scheint es nicht mehr möglich zu sein, die eigene Downline, wie in der Vergangenheit oftmals geschehen zu Qualifikationskäufen zu nötigen oder zu motivieren, damit der eigene Scheck stimmt. Garagenkäufe zählen somit künftig wohl nicht mehr zum Qualifikationsvolumen der „1-Prozent-Topverdiener“, die bislang durch den Mechanismus, die „Geschäftsidee“ zu verkaufen, auf der „Ferrari-Seite“ des Lebens standen.

Die größte Herausforderung jedoch wird sein, wie nachgewiesen werden soll, was echte Kundenumsätze sind, wenn Herbalife dies nicht über einen Onlineshop für Kunden abbilden kann.

Kauft ein Berater künftig große Mengen Ware ein, so muss dieser wohl dem Unternehmen gegenüber mit Quittungen nachweisen, dass die Ware an Endkunden verkauft wurde. Ein schwieriges Prozedere, was da auf Herbalife zukommt und unter Umständen auch auf andere Unternehmen.

Die FTC scheint den „MLM-Kistenschieber-Systemen“, die weiterhin mit dem „Make-Money-Be-Happy-Pitch“ auf Rekrutenfang gehen, auf den Pelz zu rücken und wer in der Zukunft keine entsprechenden Verkäufe an Endkunden nachweisen kann, dem drohen unter Umständen harte Ermittlungen oder Klagen seitens der US-Behörde, die für eine rüde Vorgehensweise bekannt ist.

Wie Herbalife die harten Auflagen verdaut bleibt abzuwarten, allerdings gelten die Änderungen nur für den US-Markt, wo das Unternehmen aus Kalifornien lediglich 20 Prozent aller weltweiten Umsätze erzielt.

Großer Gewinner ist auf jeden Fall der Spekulant und Investor Carl Icahn, dem genehmigt wurde seinen Aktienanteil an Herbalife von 18,3 auf 34,9 Prozent zu erhöhen, womit er der dominante Großaktionär hinter den Herbalife-Kulissen wird, ohne dessen Zustimmung wenig laufen dürfte.

Bill Ackman scheint sich sicherer als zuvor, dass das Herbalife „Pyramidensystem“ nun vor dem Kollaps steht, da der „Verkauf der Geschäftsidee“ für ihn der eigentliche Motor war, neue Vertriebspartner für das System zu gewinnen.

Herbalife steht weiterhin unter Beobachtung der FTC

Der Fall Herbalife bleibt also interessant und der Quartalsreport für die Monate Juli bis September wird unter Umständen bereits zeigen, welche Auswirkungen die FTC-Auflagen mit sich bringen werden, denn das kalifornische Unternehmen steht nach vor unter Beobachtung und muss die harten Vorgaben nun umsetzen.

Direkt nach Bekanntgabe der FTC gab es einen Kurssprung der Herbalife-Aktie an der Börse und der CEO des Unternehmens Michael. O. Johnson konnte auch aus Aktionärssicht aufatmen.

Herbalife CEO ist Topverdiener des Unternehmens

Johnson verdiente immerhin allein in den letzten fünf Jahren knapp 60 Millionen Dollar als Vorstand von Herbalife. Ein Salär, von dem manch Herbalife-Berater an der Front nur träumen kann und so gilt der CEO als heimlicher Topverdiener des Unternehmens, der sich vom kumulierten Einkommen her auf Milliardärskurs zu befinden scheint.

Gewinne aus An- und Verkäufen von Aktien aus der Vergangenheit sind nicht mit eingerechnet, aber Michael. O. Johnson hält knapp 1,596 Millionen Aktien des Unternehmens, die zum Stichtag am 20.7.2016 einen Wert in Höhe von 103,396 Millionen Dollar hatten.

Foto: FTC

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Bericht von Behind MLM

Analyse MLM-Staranwalt Kevin Thompson

FTC Herbalife-Statement

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