Kritischer Umsatzcrash bei ForeverGreen Worldwide

ForeverGreen-Umsatz-2017-Q3

ForeverGreen Worldwide I Ron Williams – Founder I Umsatzentwicklung von 2012 bis  2017 in Millionen Dollar

Das an der Börse gelistete und 2004 von Ron Williams gegründete Unternehmen ForeverGreen kann den negativen Umsatztrend auch im dritten Quartal 2017 nicht stoppen und rutscht immer tiefer in die roten Zahlen. Mittlerweile liegen die kumulierten Verluste des Unternehmens aus Utah bei über 44 Millionen Dollar und eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Der Q3 Umsatz von Juli bis September 2017 betrug nur noch 4,03 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum 2016 lag dieser noch bei 8,23 Millionen Dollar. Von Januar bis September 2017 konnte nur noch ein Umsatz in Höhe von 14,91 Millionen Dollar erzielt werden, was einem Umsatzeinbruch in Höhe von 51 Prozent oder 16,07 Millionen Dollar entspricht.

Im Vergleichszeitraum 2016 lag der Umsatz des Unternehmens von Januar bis September 2016 noch bei 30,98 Millionen Dollar.

Umsatzeinbruch von 67 Millionen auf 20 Millionen Dollar

Sinkende Umsätze, kontinuierliche Verluste und die permanente Ankündigung von geplanten Einsparungen sind eindeutig die falschen Signale um Momentum und Vertrauen im Vertrieb zu erzeugen. Nach einigen Jahren der Stagnation begann in 2013 die Umsatzralley von ForeverGreen mit einem Umsatz in Höhe von 17,75 Millionen Dollar. Bereits in 2014 konnte ein Umsatz in Höhe von 58,34 Millionen Dollar erzielt werden und in 2015 wurde mit 67,1 Millionen Dollar der Umsatzzenit erreicht.

Managementfehler, fehlende Produktzulassungen, Ignoranz, Lieferverzögerungen und ein für die Vertriebspartner nervenraubendes Ankündigungsmarketing führten wohl in der Konsequenz dazu, dass zahlreiche Führungskräfte des Unternehmens ausgestiegen sind oder bis heute abwarten, wie oder ob es bei ForeverGreen weitergeht.

Die einstige Begeisterung zahlreicher Topleader scheint einem subtilen Misstrauen gewichen zu sein. Im Ergebnis sanken die Umsätze von 67,1 Millionen in 2015 auf 40,27 Millionen Dollar in 2016. Ein Szenario, das auch den Rückschluss und die Annahme auf massiv sinkende Einkommen der Führungskräfte zulässt.

Fällt der Umsatz in 2018 auf 10 Millionen Dollar?

Aber auch in 2017 kann ForeverGreen scheinbar nicht die Umsatzwende herbeiführen und wird das Geschäftsjahr 2017 mit einem Umsatz von schätzungsweise 20 Millionen Dollar abschließen, was einem Umsatzeinbruch von über 50 Prozent gegenüber 2016 entspricht.

Sollte sich der Negativtrend in ähnlicher Progression fortsetzen, könnte der Umsatz in 2018 auf bis zu 10 Millionen Dollar einbrechen, es sei denn, dem neuen CEO Rick Redford gelingt es, dem Vertrieb neue Impulse zu verleihen, damit die Rekrutierungsraten wieder steigen.

Redford wurde erst Ende April 2017 CEO des Unternehmens, eine Schlüsselposition, die zuvor von Ron Williams besetzt wurde.

Am 21. September 2017 gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt, mit CareWear ™ in den Markt mit tragbarer „Gesundheitstechnologie“ einzusteigen, der allerdings bereits jetzt hart umkämpft ist. Ob der Impuls und die Idee dahinter ankommen, bleibt allerdings abzuwarten und wird in den Umsatzzahlen des vierten Quartals 2017 abzulesen sein.

Sollte der Umsatzmotor nicht kurzfristig anspringen, kann die Fortführung des Unternehmens gefährdet sein, so liest es sich relativ emotionslos im Quartalsbericht von ForeverGreen. Ein Szenario, das dem Unternehmen und den Vertriebspartnern nicht zu wünschen wäre, denn ForeverGreen hat nicht nur gute Produkte, sondern sollte der Network-Marketing-Industrie auch dringend erhalten bleiben.

Trübe Aussichten und kritische Unternehmensdaten

Der Veranstaltungskreislauf von ForeverGreen ist momentan quasi zum Erliegen gekommen, das Momentum ist zusammengebrochen und nennenswerte Qualifikationen gibt es so gut wie keine mehr und hinter den Kulissen kämpft ForeverGreen scheinbar um das Überleben.

Mit einem Kassenbestand in Höhe von 84.718 Dollar zum 30.9.2017 und aufgelaufenen Verlusten in Höhe von über 44,2 Millionen Dollar fehlt es nachvollziehbar an der notwendigen Leichtigkeit, um den Vertrieb entsprechend zu motivieren und um Maßnahmen einzuleiten, die aus dem Cashflow heraus initiiert werden könnten.

Beim Hauptlieferanten für das Phytoplankton, der Marine Life Sciences, LLC, bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von über 1,23 Millionen Dollar, die in den nächsten zwölf Monaten fällig werden. Eine kritische Situation, denn stellt dieser Lieferant seine Forderung fällig, müsste ForeverGreen auf andere Lieferanten ausweichen und hier wäre eine Belieferung wohl nur gegen Vorkasse möglich.

Weiterhin käme es wohl zu einer Verschlechterung der Rohstoffe, da ForeverGreen den Hersteller als bestes Unternehmen der dringend für die eigenen Produkte benötigten Rohstoffe bezeichnet.

ForeverGreen in der 10 Prozent Zinswucherfalle

Um die Liquidität aufrechtzuerhalten, arbeitet ForeverGreen mit Wandelschuldverschreibungen (convertible notes), einer Anleiheform, bei der neben dem Anspruch auf Rückzahlung des Nennwerts und der eigentlich geringen Zinsen ein Wandlungsrecht in eine bestimmte Anzahl von Stammaktien der emittierenden Gesellschaft besteht, sofern dies vereinbart ist.

Insgesamt sind zum Stichtag 30.9.2017 Schuldverschreibungen in Höhe von 7.401.250 Dollar offen, die zu einem Risikozinssatz von bis zu 10 Prozent bedient werden müssen. Da die Gesellschaft jedoch keine Gewinne erzielt, sieht es so aus, als würden alte Verbindlichkeiten mit neuen Krediten zu wiederum 10 Prozent Zinsen getilgt.

Die Besicherung der Anleihen erfolgt durch das eigentlich kaum vorhandene Inventar insofern scheinen die Kreditgeber auf das Wandlungsrecht in Aktien zu spekulieren, womit nicht eindeutig klar ist, wem das Unternehmen mehrheitlich gehört und wer das Zepter in der Hand hält. Zum Stichtag am 30.9.2017 betrug der Wert der Rohstoffe im Lager 755.002 Dollar, der Wert fertiger Produkte lag bei 397.218 Dollar.

Ob sich ForeverGreen aus diesem Kreislauf bei sinkenden Umsätzen, eingeschränkter Liquidität und harten Zinsbandagen seitens der Gläubiger befreien kann, scheint momentan eher zweifelhaft.

Am 04. August 2017 hat ForeverGreen eine Anleihe in Höhe von 1.591.718 Dollar und Zinsen in Höhe von 167.108 Dollar beglichen. Allerdings war dies nur möglich, da derselbe Gläubiger eine weitere Anleihe in Höhe von 1.858.826 Dollar zu 10 Prozent Zinsen gezeichnet hat, die nun zum 31.12.2019 fällig wird.

Nur wenige Tage später, am 10. August 2017 hat ForeverGreen eine fällige Anleihe in Höhe von 1.501.024 Dollar und Zinsen in Höhe von 216.976 Dollar beglichen, was wohl ebenfalls nur möglich war, da derselbe Gläubiger eine weitere Anleihe in Höhe von 1.718.000 Dollar zu 10 Prozent Zinsen gezeichnet hat, die nun zum 31.12.2019 fällig wird.

Wie groß und dringlich der Geldbedarf ist, zeigt die Aufnahme von Krediten in Form von Anleihen in den letzten Monaten. Das Zins- und Zinseszins Karussell dreht sich auf Hochtouren und das Unternehmen braucht ständig frisches Geld um zu überleben.

Neue Anleihen in 2017

Rückzahlungen sind aus den laufenden Umsätzen nicht mehr möglich
Datum BetragZinssatzFällig
05.04.2017500.00010 %31.12.2018
02.05.2017500.00010 %31.12.2018
04.08.20171.858.82610 %31.12.2019
10.08.20171.718.00010 %31.12.2019
11.08.2017200.00010 %31.12.2019
11.8.201750.00010 %31.12.2019
19.09.2017100.00010 %31.12.2017

Für die Vertriebspartner des Unternehmens bleibt nur zu hoffen, dass der jetzige CEO des Unternehmens es schafft, die Wende einzuleiten und ForeverGreen wieder auf Kurs bringt.

Flaggschiffprodukte des Unternehmens sind PowerStrips, SolarStrips, BeautyStrips und Prodigy-5.

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