Schockmeldung! China geht verschärft gegen MLM-Systeme vor.

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MLM ist in China verboten und heißt dort » chuánxiāo «

Am Montag den 14.8.2017 veröffentlichten chinesische Medien eine Meldung, dass gleich vier Ministerien verschärft Pyramidensysteme bekämpfen wollen. In einem Bericht von CNBC ist sogar die Rede von einer „Ausrottung“ jeglicher Pyramidensysteme, worunter laut Definition in der chinesischen Rechtsprechung auch alle MLM-Systeme fallen.

Aktiencrash bei Herbalife, USANA und Nu Skin

Nachdem die Informationen durchgesickert sind, dass chinesische Behörden in einer konzertierten Aktion ab sofort eine verschärfte Vorgehensweise gegen MLM und Pyramidensysteme planen, brachen die Aktienkurse von Herbalife, USANA und Nu Skin zusammen, obwohl diese Unternehmen namentlich nicht genannt wurden.

Timothy Ramey, ein Analyst der Pivotal Research Group: „Die Anleger sind nervös, denn 19,6 Prozent aller Herbalife-Umsätze stammen aus China. Bei Nu Skin beträgt der Umsatzanteil aus China 29 Prozent und sogar 52 Prozent aller Umsätze von USANA stammen aus dem Reich der Mitte.

Die Aktien von Herbalife brachen um 7,8 Prozent ein, Nu Skin Aktien fielen um 9,6 Prozent und der Aktienkurs von USANA sank um satte zehn Prozent.

Sollten die Behörden ihren Kurs gegen MLM-Unternehmen verschärfen, könnten die Umsätze zahlreicher Direct-Selling-Unternehmen schnell einbrechen. MLM-Gigant Amway soll rund vier Milliarden Umsatz in China erzielen, aber auch etliche kleinere Unternehmen wären massiv von den direkten Sanktionen betroffen. Weltweit betrugen die Umsätze im Direct Selling in China für das Jahr 2016 fast 34 Milliarden Dollar.

Multi-Level-Marketing ist in China verboten

Die chinesische Regierung hat bereits im Jahre 2005 ein Gesetz erlassen, wonach » chuánxiāo «, die chinesische Bezeichnung für MLM, verboten ist, während der klassische Direktvertrieb unter hohen Auflagen erlaubt ist.

Direct-Selling-Unternehmen müssen in China vom Handelsministerium (MOFCOM) für jeden Kanton eine separate Direktvertriebslizenz beantragen, die mehrere Millionen Dollar kosten kann. Nach Erhalt der Lizenz muss das Unternehmen dann ein „Büro“ eröffnen, in dem die Geschäfte abgewickelt werden müssen. Tür-zu-Tür Geschäfte sind in China ebenfalls verboten.

Offiziell müssen die Provisionen für den Verkäufer bei 30 Prozent liegen und können nur auf einer Ebene ausgeschüttet werden. Mehrstufige MLM-Verprovisionierungen sind illegal und könnten die soziale Stabilität gefährden, so wird es im Gesetzestext von 2005 angemerkt. Insgesamt ist es also nicht ganz einfach ein MLM-Business in China aufzubauen, da eigentlich alles verboten ist, was dieses Geschäft ausmacht.

Die Untersuchung der vier Behörden ist in vier Phasen aufgeteilt und läuft vom 15. August bis zum 15. November 2017.  Es ist davon auszugehen, dass alle MLM-Unternehmen eine Überprüfung zu erwarten haben und das die Ministerien noch härter gegen illegale Pyramidensysteme, aber auch gegen am Markt agierende MLM-Unternehmen vorgehen werden, die eine Lizenz haben. Ob es hier eine Differenzierung geben wird ist zwar anzunehmen, aber keineswegs sicher, denn die Behörden sind für ihre Willkür bekannt.

Hongkong ist das Drehkreuz für illegale Machenschaften

Während in China harte Bandagen für MLM-Systeme gelten, ist MLM in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong legal. Von daher ist es üblich, Networker über „Scheinadressen“ einzuschreiben und die Provisionen über Hongkong abzurechnen.

Ein gefährliches Spiel, das auch von großen MLM-Giganten geduldet und wahrscheinlich sogar gefördert wird, denn der Umsatz muss rollen, vor allem in der boomenden Region China.

Vielleicht reagieren die Behörden auch auf derartige Machenschaften und wollen damit dem Missbrauch einen Riegel vorschieben und ein hartes Exempel statuieren. China ist mittlerweile zur Achillesferse zahlreicher US-Giganten geworden, die ein Verbot oder weitere Reglementierungen hart treffen dürfte.

Weiterhin gibt es zahlreiche US-Unternehmen, die zwar Geschäfte in China über das » Hongkong-Modell « abwickeln, aber nicht über eine entsprechende Lizenz verfügen. Hier laufen die Vertriebspartner Gefahr strafrechtlich verfolgt zu werden.

Ein weiterer Grund für die verschärften Ermittlungen sind aller Wahrscheinlichkeit nach auch die zahlreich in China agierenden Kryptobetrugssysteme, die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Die Schäden durch Ponzisysteme gehen in die » Milliarden « und gefährden wohl in der Tat den sozialen Frieden.