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Avon CEO Jan Zijderveld setzt auf Kostenreduzierung

Das einst weltweit umsatzstärkste Direktvertriebsunternehmen Avon gab Anfang Juli 2018 den Verkauf seiner letzten Fabrik in den USA bekannt. Künftig wird im scheinbar nicht mehr ausgelasteten Werk am Morton Grove in Illinois bei Chicago, das französische Unternehmen Fareva, ein White Label Hersteller, das Zepter übernehmen und Avon künftig mit Lippenstiften, Cremes und Lotionen beliefern.

Bei Avon stehen die Zeichen auf Kostenreduzierung

Die Fareva Group ist einer der weltweit führenden White Label Hersteller für kosmetische und pharmazeutische Produkte, das 1990 in Frankreich, im Herzen der Ardèche-Region, gegründet wurde. Mittlerweile hat Fareva 12.000 Mitarbeiter und erzielt mit rund 1.000 Kunden einen Umsatz in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar.

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Was aus den knapp 360 Mitarbeitern am Morton Grove geschieht, ist noch ungewiss, genauso unbekannt sind die Hintergründe des Deals, den Jan Zijderveld, der Anfang Februar 2018 zum neuen CEO von Avon ernannt wurde und Sheri McCoy ablöste, geschlossen hat.

Aktienkurs von Avon ist komplett zusammengebrochen

Zijderveld, der von Unilever kommt, soll Avon wieder auf Gewinn trimmen, denn das einstige Vorzeigeunternehmen unter den klassischen Direct Selling Companies ist von einem All-Time-Umsatzhoch in Höhe von 11,29 Milliarden in 2011 Dollar auf 5,71 Milliarden Dollar im Jahr 2016 abgestürzt, genauso wie die Aktie.

Am 1.6.2004 stand die Aktie von Avon bei einem Kurs von 44,97 Dollar und das Unternehmen wurde an der Börse gefeiert. Nur 14 Jahre später, am 1. August 2018, beträgt der Kurs nur noch magere 1,58 Dollar und der Glanz vergangener Tage ist verschwunden.

Nach einem Kurseinbruch 2011 hatte die deutsche Unternehmerfamilie Reimann angeboten Avon für rund 10 Milliarden Dollar in ihren Kosmetik-Konzern Coty zu übernehmen. Avon lehnte das Angebot als zu niedrig ab und kündigte stattdessen an, dass Andrea Jung zum 23. April 2012 von Sherilyn McCoy als Vorstandsvorsitzende abgelöst wird.

2016 verkaufte Avon Products sein gesamtes US-amerikanisches Geschäft für 170 Millionen US-Dollar an Cerberus Capital Management und in der Folge wurde der Unternehmenssitz nach London verlegt.

Auch in Deutschland ist bei Avon der Lack ab. In 2007 betrug der Umsatz der Avon-Ladys noch 206 Millionen Euro und in 2016 im Verhältnis dazu nur noch magere 28,21 Millionen Euro.

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