Direct-Selling-MLM-China-2019

Direct Selling MLM in China

In China herrscht Alarmbereitschaft für alle im Land tätigen Direct-Selling-Unternehmen, denn das allmächtige Handelsministerium und die staatliche Behörde für Marktregulierung (SAMR) haben alle 91 dort tätigen Unternehmen zu einem Treffen im Rahmen einer »100-Tage-Aktion« zusammengerufen, um illegale Praktiken von zahlreichen MLM-Unternehmen zu bekämpfen. Ein Warnschuss, denn Multi-Level-Marketing ist in China verboten.

Plant China größere Säuberungsaktionen im Direktvertrieb?

Die chinesische Regulierungsbehörde erklärte, dass die Anzahl rechtswidriger Praktiken durch die rasante Entwicklung der Direktvertriebsbranche zugenommen habe, weshalb weitreichende Regulierungen vorgenommen werden müssen.

Auf einer Sitzung am 29. Januar wurden die Direktvertriebsunternehmen aufgefordert, ihren Produktionsprozess, Angaben zur Produktkennzeichnung und zu Dosierungen vorerst selbst zu prüfen. Die Unternehmen wurden aufgefordert, keine falschen oder übertriebenen gesundheitsbezogenen Angaben über ihre Produkte zu machen und sicherzustellen, dass ihre Vertriebsaktivitäten rechtmäßig sind.

Momentan werden scheinbar keine weiteren Direktvertriebslizenzen ausgestellt, was den Verdacht erhärtet, dass die Behörden größer angelegte »Säuberungsaktionen« planen könnten.

Soziale Stabilität soll geschützt werden

Die Behörden warnten zahlreiche Unternehmen, die Schwere der Probleme von sich aus zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten, damit die soziale Stabilität nicht gefährdet wird. Ebenfalls wurden verstärkte Stichproben und harte Strafen bei weiteren Verstößen angedroht, was letztendlich wohl zum Entzug der Direktvertriebslizenz führen könnte.

Insgesamt gibt es in China 91 Direktvertriebsfirmen, die über eine offizielle Lizenz verfügen. Einige MLM-Unternehmen nutzen jedoch nach wie vor Hongkong als illegalen Korridor, um MLM-Aktivitäten zu vertuschen, ein heißes Spiel.

Momentan dürften auch einige bedeutende MLM-Giganten den Vorstoß der chinesischen Marktregulierungsbehörde fürchten, denn teilweise stammen bei einigen Unternehmen bis zu 40 Prozent aller Umsätze aus China. Gibt es hier Probleme, kommt es definitiv zum Umsatzcrash.