Vemma-BK-Boreyko-FTC

Mitte August 2015 wurde das MLM-Unternehmen Vemma von der FTC angeklagt ein illegales Pyramidensystem zu betreiben und wurde im Wege einer einstweiligen Verfügung quasi geschlossen. Sämtliche Konten wurden eingefroren und der Geschäftsbetrieb kam zum Erliegen.

Anfang November legte Vemma der FTC einen geänderten Vergütungsplan vor, um den Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen zu können, der jedoch abgeschmettert wurde. Am 15. November 2015 gab Vemma bekannt, das die FTC erneute und nachgebesserte Änderungen des Vergütungsplans und der AGBs vorläufig anerkannt hat. Ein kleiner Etappensieg für BK Boreyko, dem CEO und Gründer des Unternehmens.

Wird Vemma unter den neuen Voraussetzungen überleben?

Stellen Sie sich vor, Sie würden künftig nur noch Provisionen erhalten, wenn 51 Prozent der Umsätze aus Ihrer Organisation von echten Kunden kommen müssten, die nachweislich nicht Geschäftspartner sind. Wäre diese 51 Prozent Regel nicht erfüllt, würden Sie keine Provisionen erhalten. Weiterhin dürften Sie keine Starterpakete mehr verkaufen und keine Einkommensmöglichkeiten darstellen oder promoten. Wahrscheinlich würde Ihr MLM-Geschäft bereits im nächsten Monat zusammenbrechen.

Vemma ist wieder im Geschäft, aber nur vorläufig, bis in einer Hauptverhandlung festgestellt wird, ob Vemma ein illegales Pyramidensystem betrieben hat oder nicht. Bis zu diesem Termin, der Konsequenzen für die gesamte Branche haben könnte, ist Vemma quasi mit einer elektronischen Fußfessel nur stark eingeschränkt handlungsfähig, denn es gelten ab sofort folgende Bedingungen für den Vertrieb und das Unternehmen, die einen Start bei Vemma fast unattraktiv machen oder dazu führen, nur sehr schwer Geld verdienen zu können.

Vorläufige Auflagen für Vemma

– Eigene Einkäufe gelten nicht mehr für die Qualifikation
– 51 % aller Umsätze in der Organisation müssen von Kunden kommen, um Provisionen zu erhalten
– Ist die 51 % Regel nicht erfüllt bekommen Affiliates keine Provisionen vom Organisationsumsatz
– Starterpakete dürfen nicht mehr verkauft werden
– Darstellungen von Einkommensmöglichkeiten dürfen nicht mehr gemacht werden
– Unterlagen, die auf die Geschäftsgelegenheit hinweisen, dürfen nicht verteilt werden
– Es darf niemand veranlasst werden nur Waren zu kaufen, um Provisionen zu erhalten
– Social-Media-Kanäle dürfen nur für die Gewinnung von Kunden genutzt werden

Kann man mit Vemma überhaupt noch Geld verdienen?

Inwieweit sich mit Vemma, künftig unter den neuen Voraussetzungen und mit dem geänderten Karriereplan überhaupt noch Geld verdienen lässt, bleibt abzuwarten. Wenn nicht mindestens 51 Prozent aller Umsätze von Kunden kommen, dann gibt es keinen Anspruch auf Provisionen aus der Tiefe einer Organisation.

Des Weiteren hat auch der binäre Plan von Vemma einige Tücken. So müssen im einem Bein 180 und im anderen 360 Punkte erzielt werden, damit ein Zyklus in Höhe von 20 Dollar ausbezahlt wird. Dieser 1I3 zu 2/3 Drittel Mix führt zu einem hohen „breakage“ für Vemma, also einem Sperrmechanismus, durch den Provisionen nicht ausbezahlt werden. Dieser auf den ersten Blick nicht erkennbare Mechanismus ist übrigens in einigen binären Plänen zu finden und ist oft ein Grund dafür, warum die Partner kein Geld verdienen.

Würden die 180 und 360 Punkte einem 1:1 Geldwert entsprechen, würde Vemma auf einem Umsatz von 540 Dollar rund 20 Dollar Provisionen auszahlen. Grob überschlagen zahlt Vemma allerdings pro 1.000 Dollar Umsatz, der auch noch entsprechend verteilt sein muss, nur 20 Dollar pro Zyklus aus, was lächerlichen zwei Prozent Provision vom realen Umsatz in Dollar entspräche. Alle Angaben zum Karriereplan und den von uns genannten Einkommensmöglichkeiten, bitten wir allerdings mit Vorbehalt zur Kenntnis nehmen, da wir diesen Plan nur oberflächlich analysiert haben.

Sollte sich die FTC in einer Hauptverhandlung allerdings gegen Vemma durchsetzen, könnten die genannten Auflagen, Mechanismen und Voraussetzungen, um einen MLM-Vertrieb zu führen, für andere MLM-Unternehmen ebenfalls Geltung erlangen, da nicht davon auszugehen ist, dass die FTC mit einem durchgesetzten Referenzurteil zur Bewertung eines Pyramidensystems die Füße stillhält und nicht weitere Vorstöße gegen andere Unternehmen wagt.

Insofern gilt: Vemma geht alle an!

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