Bonofa-Verhattung-Schneeballsystem

Am Donnerstag, den 19. Mai 2016, hat die Staatsanwaltschaft mit einer Großrazzia insgesamt 126 Hausdurchsuchungen bei 54 Personen angeordnet und vier Haftbefehle gegen die Initiatoren von Bonofa vollstreckt.

Laut GoMoPa, sollen Detlef Tilgenkamp (63) aus Saarbrücken, Thomas Kulla (54) aus Riegelsberg, Gernot Fuhr (60) aus Wallerfangen und Martin Böhm (38) aus Zweibrücken seit Donnerstag in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken in Untersuchungshaft sitzen.

+ + + PREMIUM WERBEANZEIGEN + + +

Die Vorwürfe und Anklagepunkte wiegen schwer und lauten auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug im großen Stil, Verstoß gegen das Kreditwesengesetz, Insolvenzverschleppung und Initiierung eines betrügerischen Schneeballsystems, so berichten einige Zeitungen aus Saarbrücken.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich gegen die mittlerweile insolvente Alphapool AG und gegen Bonofa, einem MLM-Unternehmen, das Softwarelizenzen verkauft hat und für 2017 den Börsengang angekündigt hatte.

Bis auf weiteres scheint es also vorbei zu sein mit dem ganz großen „Grandezza-Auftritt“ der Bonofa Macher und Master-Distributoren. Insgesamt sollen rund 1.200 Beamte an der Razzia teilgenommen haben, wie uns ein Insider vertraulich mitgeteilt hat.

Bei einem derartigen Aufgebot scheint es demnach nicht um „Peanuts“ zu gehen und die Ermittlungen könnten in der Konsequenz über Liechtenstein, die Schweiz und bis nach Spanien reichen. Ob Interpol ebenfalls eingeschaltet wurde, ist noch unbestätigt, aber aufgrund der internationalen Verflechtungen nicht auszuschließen.

Insbesondere werden wohl auch die Finanzämter den „Geldfluss“ der Provisionen im Visier haben, denn immerhin könnten schätzungsweise über 100 Millionen Euro über das undurchsichtige Firmengeflecht von Bonofa eingesammelt worden sein und so können sich die Bonofa-Topverdiener mit Sicherheit auf einen „heißen Sommer“ gefasst machen.

Am 7. Mai 2016 fand vielleicht der vorerst letzte Bonofa Day in Deutschland statt, auf dem wie fast immer für den Börsengang und „Luftballon-Compoints“, der „Trommelwährung für große Bonofa-Starterpakete und den Börsengang“, Vertriebswirbel gemacht wurde.

Game over für Bonofa

Heißt es jetzt also „Game over“ für Bonofa und die Vertriebspartner? Werden aus der jetzigen Untersuchungshaft langjährige Haftstrafen für das Management oder vielleicht sogar für die involvierten Topberater oder Masterdistributoren? Ist vielleicht sogar mit einer Durchgriffshaftung für die Insider-Führungskräfte zu rechnen, falls sich herausstellt, das Bonofa ein illegales Pyramidensystem betrieben hat?

Momentan sind dies Spekulationen und so einfach lassen sich Staatsanwälte nicht in die Karten schauen und es bleibt abzuwarten, welche Straftatbestände nachgewiesen werden können und was die zahlreichen Hausdurchsuchungen alles zum Vorschein bringen.

Bereits im Dezember 2015 wurde die Bonofa GmbH liquidiert und schon am 15.10.2015 wurde die Bonofa Consulting GmbH aus dem Verkehr gezogen. Führen jetzt alle Spuren nach Liechtenstein zur Bonofa AG, der scheinbaren Holdinggesellschaft, die wie Insider vermuten, als Drehkreuz und „Verschiebebahnhof“ der Einnahmen, aus dem vermeintlich illegalen Pyramidensystem diente?

Auch dies sind momentan nur Spekulationen und mit Sicherheit werden in den nächsten Wochen oder Monaten noch zahlreiche Details an das Tageslicht kommen, die darüber entscheiden ob es für Bonofa weitergeht und ob sich die Macher auf einen längeren Aufenthalt im „Knast“ einstellen müssen.

Weitere Berichte:

GoMoPa

Saarbrücker Zeitung

Businessportal24