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Younique I Derek Maxfield und Melanie Huscroft

Anfang 2017, kaufte der US-Beautykonzern Coty 60 Prozent der Anteile des Social-Selling-Unternehmens Younique für rund 600 Millionen Dollar. Nur zwei Jahre später scheinen nun die Umsätze von Younique ins Stocken geraten zu sein, da Facebook angeblich die Social-Selling-Aktivitäten der Vertriebspartner, durch einen neuen Algorithmus erschweren soll.

Rein digitales Geschäftsmodell hat seine Tücken

Zum Zeitpunkt der Übernahme durch Coty soll der Umsatz von Younique bei knapp 400 Millionen Dollar gelegen haben. Jetzt scheint die Euphorie verflogen zu sein, denn durch Probleme bei der reinen Online-Rekrutierung neuer Geschäftspartner über Facebook und andere Social-Media-Plattformen, ist es zu Umsatzrückgängen gekommen, wie der CEO von Coty, Pierre Laubies, bekannt gab.

Younique wurde 2012 von Derek Maxfield und Melanie Huscroft gegründet und hat sich darauf spezialisiert seine Beauty-Produkte über Social-Media-Plattformen zu verkaufen. Die digitale Homeparty kam an und nach kürzester Zeit waren bereits über 200.000 Beraterinnen für das Unternehmen aus Utah tätig, die Facebook-Seiten, Facebook-Gruppen, Instagram und Pinterest täglich mit den Produktbildern und der Geschäftsidee fluteten.

 Onlinebusiness schafft keine Bindungen

Younique ist ein digitales Äquivalent zu Avon und wer es versteht, sich über eine professionelle Suchmaschinenoptimierung zu positionieren, kommt zu neuen Kunden und Interessenten. Wer das nicht kann, muss sich in Facebook-Gruppen und über Facebook-Anzeigen mühen, um geschäftlich zu expandieren.

Das könnte angesichts der hohen Anzahl der aktiven Vertriebspartner zu zahlreichen Sperrungen und Meldungen bei Facebook geführt haben, wodurch die Rekrutierung neuer Geschäftspartner ins Stocken geraten sein könnte.

Laut einem Interview mit Coty CEO Pierre Laubies, waren Umsatz und Gewinn von Younique niedriger als im Vorjahr. „Die Umsatzschwäche ist einfach zu erklären“, sagte Geschäftsführer Pierre Laubies. „Younique hat wie alle Multi-Level-Marketing-Unternehmen eine Phase des klassischen Hype durchlaufen. Leider befinden wir uns jetzt in einer De-Hype-Phase.“

Weiterhin räumte Laubies ein, dass das Geschäft zu komplex sei und es deswegen zu Rekrutierungsproblemen gekommen ist. Das dürfte aber nicht der Grund sein, denn der Unilevel-Vergütungsplan des Unternehmens ist einfach zu verstehen und zu erklären.

Weitere Probleme dürfte ein Dokumentarfilm der BBC bereitet haben, in der das Geschäftsmodell von Younique und Nu Skin äußerst kritisch beleuchtet wurde.

„Algorithmusänderungen bei Facebook haben wahrscheinlich nicht zur Performance des Geschäfts von Younique beigetragen. Deshalb führen wir gerade in dieser Angelegenheit einen Dialog mit Facebook. Möglicherweise müssen wir uns die Expansionsmöglichkeiten in andere digitale Medienkanäle über Facebook hinaus ansehen, um das Geschäft auszubauen. Wir prüfen diese Möglichkeiten“, so Laubies.